„Die Kleinsten tragen das größte Risiko“ – mit diesem Motto wollen Experten den Sonnenschutz für Kinder in Deutschland selbstverständlich machen. Ihr bester Rat: T-Shirt anlassen oder gleich wieder anziehen.
Kinder sollen in den Sommermonaten niemals ohne Sonnenschutz aus dem Haus gehen. Das raten die Deutsche Krebshilfe und die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische
Prävention, die eine gemeinsame Kampagne unter dem Motto „Die Kleinsten tragen das größte Risiko“ gestartet haben. „Kinder müssen mit Sonnenschutz aufwachsen – wenn die Hitze am größten ist, sollten sie sich ein T-Shirt anziehen und nicht ausziehen“, sagte Eva Kalbheim von der Krebshilfe bei der Kampagnenvorstellung in Hamburg.
Teure UV-Schutz-Kleidung ist nicht nötig
Bekommen Kinder diese Einstellung seit frühester Kindheit mit auf den Weg, sei der Sonnenschutz auch später für sie selbstverständlich, sagte Kalbheim. Textiler Sonnenschutz sei für die Vorbeugung eines späteren Hautkrebsrisikos am sinnvollsten. „Ganz normale Baumwoll-T- Shirts reichen aus, man muss nicht unbedingt die teure UV-Schutz-Kleidung für Kinder kaufen“, sagte Eckhard Breitbart, der Sprecher der Kommission zur Früherkennung und Prävention von Hautkrebs.
Rundum-Schutz: nicht immer gemütlich, aber wichtig!
Die Hosen für Kinder sollten bis über die Knie reichen und die Schuhe geschlossen sein. So könnten die so genannten Sonnenterrassen – Schultern, Knie und Fußrücken – vor den schädlichen UV-Strahlen geschützt werden. Wichtig sei auch eine Kopfbedeckung, um Ohren, Nase, Lippen und Kopf zu schützen. „Alle Hautpartien, die dann noch
der Sonne ausgesetzt sind, sollten mit Sonnenschutz eingecremt werden“, so Kalbheim.
Die Experten empfehlen, für Kinder Cremes oder Lotionen zu verwenden, da diese die Haut weniger austrocknen als Gele oder Produkte auf Alkoholbasis. Sonnenschutzmittel sollten außerdem nicht dazu verleiten, den Aufenthalt in der Sonne auszudehnen: Noch sei nicht erwiesen, dass Sonnencreme helfe, dem Hautkrebs vorzubeugen.
Mittagssonne: Nichts für Kinder!
Tabu sollte die Sonne zwischen 11.00 und 16.00 Uhr sein. Kinder, die jünger als ein Jahr sind, sollten der direkten Sonne gar nicht ausgesetzt werden. „Das Vitamin D, das zum Knochenwachstum beiträgt und das auch durch die Sonne in der Haut gebildet wird, bekommen sie zur Genüge aus der Muttermilch“, versicherte Breitbart.