Wenn Kinder überempfindlich auf Insektenstiche reagieren und die Stiche außerdem noch in größerer Anzahl auftreten, passiert es sogar Ärzten, dass sie diese mit einer juckenden Hautkrankheit oder mit einem Milbenbefall (Krätze) verwechseln. Um den geplagten Kindern unnötige Untersuchungen (bis hin zu Hautbiopsien!) und Behandlungen zu ersparen, haben Kinderärzte am Johns Hopkins Hospital in Baltimore Kriterien aufgestellt, wie sich Überempfindlichkeitsreaktionen auf Insektenstiche von anderen Ursachen unterscheiden lassen.
Es handelt sich mit großer Wahrscheinlichkeit um Insektenstiche, wenn folgendes zutrifft:
- Das betroffene Kind ist zwischen 2 und 10 Jahren alt. Danach verlieren sich Überempfindlichkeitsreaktionen wieder.
- Die Hautveränderungen sind meist symmetrisch und treten vor allem an Teilen des Körpers auf, die von Insekten erreichbar sind, also an Gesicht, Hals, Armen und Beinen. Bei Kleinkindern kann auch die Kopfhaut betroffen sein. In die Windeln, unter die Fußsohle und in die Handflächen verirren sich die Insekten dagegen selten.
- Häufig finden sich mehrere Stiche direkt nebeneinander, entweder in einem Dreieck oder auch in einer Linie. Das kommt daher, dass Insekten faul sind und ihr Mahl gerne an einer Stelle einnehmen.
- Das Aussehen der Hautveränderungen ähnelt häufig einer Zielscheibe mit einem runden Rand und einem Punkt in der Mitte.
- Überempfindlichkeitsreaktionen auf Insektenstiche treten über Monate und Jahre immer wieder auf. Typischerweise sind andere Familienmitglieder nicht betroffen. Sie werden zwar in der Regel ebenso gestochen, reagieren aber im Gegensatz zum Kind nicht überempfindlich auf die Stiche.
Sie können Ihrem Kind mit einem der vier folgenden homöopathischen Mittel helfen:
Apis D30: bei stark geröteten und entzündeten Stichen, Wärme verschlechtert, kühle Auflagen lindern die Beschwerden
Ledum D4: gebräuchlichstes Mittel gegen juckende Stiche von Mücken, Stiche sind berührungsempfindlich und bessern sich durch kalte Auflagen
Staphisagria D12: gut gegen sehr stark juckende Stiche, die fladenartig aufgeschwollen sind. Kann vorbeugend gegen Mückenstiche gegeben werden (1 Gabe morgens), wenn Ihr Kind von den Mücken besonders gerne gestochen wird!
Acidum carbolicum D6: besonders geeignet bei Stichen der Kriebelmücke, blaurote Stichstelle mit einem brennenden Bläschen, die sich schnell und heftig entzündet
Dosierung: 1 Gabe (= 5 Globuli oder 1 Tablette) anfangs stündlich bis zweistündlich, dann 3-mal täglich
Bei frischen Bienen- oder Wespenstichen wird Apis nach Bedarf alle 10 Minuten gegeben. Ergibt sich dadurch keine Besserung, Gabe von Ledum.
Quelle: Schmelzer